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PARKILUST
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Rot signalisiert Kraft, Energie, Liebe, Wärme,
Leidenschaft, Aggression, Gefahr
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PARKIKULTUR
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Die Wette
Eine
belegte Frau
Mustertücher
D-Day
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PARKISPOTT
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Gelb bedeutet Optimismus, Hoffnung, Philosophie, Unehrlichkeit, Feigheit, Neid, Betrug
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PARKIPRAXIS
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Grün vertritt Natur, Erde, Gesundheit, Glück, Eifersucht, Erneuerung, Geld
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PARKISINN
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Violett symbolisiert Spiritualität, Geheimnis, Königlich, Macht, Transformation, Grausamkeit, Arroganz, Homosexualität
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Kurzfassung für Nichtleser:
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Eine erotische Kurzgeschichte
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Text für Lesefreudige:
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Rainer schnurrte vor
Vergnügen. Kräftige Hände ergriffen ihn,
walkten seinen Rücken, gruben sich in seinen
Nacken, zuppelten seine Rückenmuskulatur und
strichen sanft über seine Schultern. Seine Haut
sog die Berührungen wie ein Schwamm förmlich in
sich auf. Mit wachsender Gier wartete er auf die nächsten,
ihn lustvoll erregenden Handgriffe. Welche gute
Fee hatte ihn vor wenigen Wochen dazu verführt im
Stadtmagazin kund zu tun, dass ein
freiheitsliebender Prinz
für fesselnde Stunden bindungsunwillige
Prinzessin sucht? Wirklich ein grässlicher Text,
den er da verbrochen hatte -
und doch hatte ihm wenige Tage nach dem
Erscheinen dieser Annonce eine Frau namens Mary
geschrieben „Ich bin weder eine Prinzessin noch
wünsche ich mir einen Prinzen mit einem
Schuhfetisch, aber auch eine belegte Frau hat Lust
auf fesselnde märchenhafte Stunden. Muss es
wirklich unbedingt eine Prinzessin sein? “ Und
nun genoss er wie ein schnurrender Kater die
Fortsetzung der so begonnen Bekanntschaft. Eine
erotische Beziehung ohne Alltag und er durfte
diesen schlechten Männertraum erleben. Was würde
jetzt kommen? Welche Frage – wie jeden
Donnerstag würde sein Aschenputtel knapp vor dem
Ende der Tagesthemen verschwinden und in einer
Woche pünktlich zum Beginn der heute-Nachrichten
wiederkommen. Er liebte dieses Abschiedsritual,
bei dem sie ihn zum Abschied nochmals mit Zärtlichkeiten
auftankte, bevor sie aus seinen fesselnden Händen
in die Herbstnacht enteilte.
Erschrocken zuckte Mary dermaßen zusammen,
dass sich die Fesseln schmerzend in ihre
Handgelenke schnitten. Aber die verklingenden
Worte Rainers überdeckten ihren Schmerz und
beanspruchten ihre ganze Aufmerksamkeit. Was hatte
er da gerade gesagt? „Ich hasse dieses
Abschiedsritual! Warum bleibst du nicht einfach
die ganze Nacht?“ Der Satz erschreckte sie. Nein
nur das nicht. Natürlich war der Gedanke
verlockend, die Nacht nicht allein in ihrem kalten
Bett verbringen zu müssen, aber sie konnte ihre
Krankheit nur für Stunden mit Hilfe von Tabletten
wegvespern. Stunden in denen sie nichts anderes
war als eine erotische Frau und die ihr deshalb so
unendlich kostbar waren. Noch nie hatte sie einem
ihrer Liebhaber ihr Geheimnis offenbart und sie
hatte auch nicht die Absicht dies zu tun.
Rainer rollte sich zur Seite und betrachtete
nachdenklich sein Aschenputtel. Seine Bitte hatte
ihn selbst verblüfft, aber warum eigentlich
nicht? Als sie vor einigen Monaten mit ihren
lustvollen Donnerstagstreffen anfingen, hatte er
keinen Gedanken daran verschwendet, warum sie sich
selbst als belegte Frau bezeichnete. Wenn er darüber
nachgedacht hätte, wäre er wahrscheinlich zum
Schluss gekommen, dass sie entweder als Ehefrau
oder als alleinerziehende Mutter lebte. So sehr es
ihn von Anfang an fasziniert hatte, mit wie viel
Hingabe und mit welcher Lust sie sich auf seine
Phantasien einließ, so sehr irritierte es ihn
jetzt immer mehr, dass sie nie einen Versuch
unternahm die gemeinsam verbrachte Zeit
auszuweiten. Sie begab sich zwar vertrauend in
seine Hände in der sicheren Annahme, dass er sie
immer entfesseln würde, wenn sie es wünschte und
doch hatte sie seine spärlichen Fragen nach dem
Grund ihrer Belegtheit immer abgewehrt. Selbst als
er eines Tages begonnen hatte, sie ans Bett zu
fesseln und ihr die Augen zu verbinden, schien ihr
eine innere Uhr pünktlichst zuzuflüstern, wann
es Zeit war zu gehen. Neulich hatte sie aber etwas
gemurmelt vom Stress den alleinlebende
Lieblingstanten wie sie nun mal auszuhalten hätten.
Diese Info war nur langsam in seiner vollen
Bedeutung von ihm realisiert worden. Er wollte
heute und hier ihr Geheimnis ergründen. Er sah
ihr „Nein“ zu seinem Vorschlag in ihren Augen
noch bevor er es hörte. „Pech meine Liebe, ich
bin zwar kein Prinz mit Schuhfetisch, aber ich bin
ein Mann mit fesselnden Händen und heute nacht
lasse ich mein Aschenputtel nicht enteilen, es sei
denn es verrät mir sein Geheimnis“.
Mary spürte wie die Wirkung der Medikamente
nachließ und das große Zittern in ihr erwachte.
In wenigen Augenblicken musste es auch Rainer
sehen und spüren. Sie hatte den Kampf gegen die
ihr von Rainer angelegten Fesseln in mehrfacher
Hinsicht verloren. In Marys Kehle stieg eine würgende
Verzweiflung
auf. Bald, nur zu bald würde Rainer ihr
Geheimnis entdecken. Eine Entdeckung die sie fürchtete
wie der Teufel das Weihwasser. Mary schloß ihre
Augen. Sie wollte es sich ersparen, in seinen
Augen Bedauern zu entdecken. Alles, nur kein
Mitleid von dem Mann, den sie längst nicht nur
als Teilzeitlover begehrte. In wenigen Minuten würde
alles aus und vorbei sein, aber wenigstens
wollte sie jeden dieser kostbaren Momente
mit ihren Händen erfühlen.
Rainer grinste selbstzufrieden, als er die
sanft zupackenden und kraftvoll massierenden Hände
Marys auf seinem Rücken spürte.
Gut dass er diese Hände an langen Ketten
am Bett befestigt hatte, so konnte er ihre Berührungen
genießen, ohne sie freilassen zu müssen.
Aschenputtels Hände veränderten sich auf seiner
Haut. Sie wurden immer leichter und schwebender.
Die Fingerspitzen klopften in einem hauchzarten,
ungeheuer schnellen und doch regelmäßigen
Rhythmus über seinen Körper. Es war ein noch nie
zuvor erlebtes, wohliges Lustgefühl mit hohem
Suchtfaktor,
das Aschenputtel mit ihren huschenden Händen
erblühen ließ. Er hätte nicht sagen können
woher er das Wissen hatte, aber so musste es sich
anfühlen, wenn man nackt in einem wirbelnden
Schwarm Schmetterlinge stand. Völlig versunken in
das Meer seiner Lust drehte sich Rainer auf den Rücken.
Während ihre über seine Oberschenkel tanzenden
Schmetterlingshände seine Männlichkeit zu lustvoller Größe erweckten, war er geradezu autistisch
versunken in den Anblick von Marys vibrierenden Brüsten.
In seinem Kopf war nur noch ein
„mehr, mehr“ und so sah er zwar die Tränen
die unter den geschlossenen Lidern der Spenderin
dieser Genüsse hervorquollen, aber sie berührten
ihn nicht. Ein kleines Schniefen Marys riss ihn
aus seiner Trance. Voller Entsetzen erkannte er
die Wahrheit und befreite sie Entschuldigungen
stammelnd von ihren Fesseln.
Kaum hatte Rainer sie entfesselt, entschlüpfte
Mary seinen Händen und seinem Bett. In ihrem Kopf
war nur noch ein Gedanke „Weg hier!“ Weg von
seinen Augen, in denen sie sicher nur Mitleid
entdecken würde, wenn sie ihn auch nur eines
Blickes würdigen würde und fort von seinen
Beileidsbekundungen,
die zu hören sie sich schlicht weigerte.
Hastig kleidete sich Mary an. Die Haustür war
hinter ihr bereits ins Schloss gefallen, als Marys
Hirn mit ziemlicher Zeitverzögerung doch noch
Rainers Worte endlich verstand, die ihre Ohren
zuvor nur akustisch aufgenommen hatten. Abrupt bremste sie ihren Sturmschritt ab
und kam schliddernd zum stehen. Wie war das noch
mal? Hatte er wirklich gesagt
„Es tut mir leid, aber ich fand
dein Zittern auch noch dann erregend, als
mir klar wurde dass du nicht aus Angst oder aus
Erregung zitterst, sondern weil du krank bist. Ich
bin ein Schwein, aber mich kickt dein Handicap –
mich macht dein Parkinson geil.“
Es war die Morgensonne, die Mary aus ihren
Nachtträumen holte. Sie blinzelte der Sonne kurz
zu und kuschelte sich nochmals schlaftrunken in
die Bettdecke ein. Leise lächelnd erinnerte sie
sich zurück an ihre nächtliche Kehrtwendung und
ihr Sturmgeläute an seiner Haustür. In der
winterlichen Kälte bibbernd, hatte sie nach ihrem
Gefühl eine kleine Ewigkeit warten müssen, bis
sie Rainer völlig aufgelöst und stotternd hatte
fragen können „Ist es wirklich wahr – dich
macht mein Zittern geil? Du findest meine
Krankheit allen Ernstes sexy?!“ Mary wurde von
einer ins Schloss fallenden Wohnungstür aus ihren
Erinnerungsschwelgereien gerissen.
Rainer kam ins Schlafzimmer und hauchte ihr
einen Kuss auf die Stirne „Die Croissants sind
noch warm, Liebes. Wo willst du dein Sonntagsfrühstück
- in der Küche oder auf dem Balkon?“
Welch dumme Frage – weder noch natürlich
– ihre
Hände wollten im Licht der Sommersonne auf seiner
Haut schmetterlingstanzend der Liebe dienen.
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